ES KANN LOSGEHEN
Die angebotenen Seminare arbeiten jeweils von einem thematischen Schwerpunkt aus, dessen Möglichkeiten und Bedeutung für experimentelle wie auch für klassische Formen und Ideen des Theaters entwickelt werden sollen. Wenn auch das Medium für jedes Thema ein anderes ist, spezielle Technik vom Schauspieler erfordert und eine eigene Kunstform darstellt, so folgt die künstlerische Suche und Entwicklung doch einem zentralem Interesse: Dem Reichtum der eigenen Verwandlungsmöglichkeiten und dem Entdecken und Beleben der eigenen inneren Figuren.
Dem Atelier steht ein grosser Fundus zur Verfügung: Klamotten von heute und gestern, zu grosse und zu kleine Schuhe, Schmuck, falsche Bärte und echte Rosen, des Kaisers neue Kleider, 182 Krawatten von wichtigen Persönlichkeiten, Pelze und Lockenwickler, die Bademode der 50er, Omas Hochzeitskleid und ein grosser Schminktisch. Licht- und Tonregie, der Ballsaal und das eine oder andere Möbel aus dem Schloss bieten vielfältige Möglichkeiten für den Entwurf von Bühnenbildern und Atmosphäre.
Was ich tue: Ich schaue. Ich setze mich vor die Bühne und höre mit den Augen zu. Manchmal frage ich. Und werfe kleine Steine ins Wasser. Ich versuche, niemanden vorher zu kennen und nichts vorherzuwissen. Jemand Fremdes kommt auf die Bühne, das genügt. Im Spiel können wir mehr erfahren. Wenn es gut läuft, entsteht - ein Held. Sysiphos. Eine Fee. Der blinde Teiresias. Wladimir und Estragon, im Netz der Zeitlosigkeit gefangen. Ich kann weiterfragen. Ein Stück entsteht. Oder besser - ein Ganzes.